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Wien im Krieg 1939 - 1945

 

Wien selbst hat erst spät mit dem Kriegsgeschehen Bekanntschaft gemacht, aber gleich nach Kriegsbeginn im Jahre 1939 wurden die schon unter der österreichischen Regierung begonnenen Luftschutzmaßnahmen reaktiviert und erweitert. Bunkeranlagen wurden gebaut, ein großangelegtes Luftwarnsystem eingerichtet und die Bevölkerung auf eventuelle Luftangriffe vorbereitet. Der durch den anhaltenden Krieg spürbare Männermangel musste auf allen Gebieten durch Frauen ausgeglichen werden. In der Industrie und in der Wirtschaft stellten die Frauen nun ihren Mann. Die im Jahre 1944 begonnene Bombardierung Wiens durch Bomberverbände der Alliierten zerstörte oder beschädigte bis zum Kriegsende zwanzig Prozent des Wiener Häuserbestandes. Während der Bombenangriffe suchte die Bevölkerung Schutz in den Luftschutzkellern der Häuser. Diese Keller waren oft mit Betten ausgestattet, um im Falle eines Nachtangriffes die Nacht im Keller verbringen zu können.

Am 27. September 1940 wurde über Auftrag von Adolf Hitler vom ehemaligen Reichsjugendführer Baldur von Schirach die erweiterte Kinderlandverschickung, kurz KLV genannt, ins Leben gerufen. Ebenso gab es die „Mutter-und Kind-Verschickung“, betreut von der NSV, umgangssprachlich damals auch als Evakuierung benannt. Durch diese Aktion wurden Kinder aus bombengefährdeten Städten aufs Land verschickt. Die Kinder kamen schulweise zum Teil auch ins befreundete Ausland und wurden in Gasthöfen und Hotels einquartiert, wo auch der Schulbetrieb weitergeführt wurde. Bis Kriegsende wurden ca. 5 Millionen Buben und Mädel in 12.000 KLV-Lager abseits der bombengefährdeten Städte untergebracht.

Ich selbst war, nach den Erzählungen meiner Mutter, in Imst in Tirol einquartiert. Wann das genau war, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Im Krieg suchten wir bei den Bombenangriffen im Frühjahr 1945 einen Luftschutzkeller (Raum)  auf der Hohen Warte 70 auf, nicht unweit meiner Wohnadresse Hohe Warte Nr. 9 gelegen, auf. Da das Haus im Jahre 2014 umgebaut wurde, war es mir möglich die alten Kelleranlagen zu besichtigen, wobei der tiefstgelegene Keller zu diesem Zeitpunkt leider schon zugeschüttet war.

 

Autor: unbekannt
aus den Döblinger Museumsblättern, Nr. 102/103, 28. Jahrgang, April 1991
persönliche Beitrage: Wolfgang E. Schulz