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Zum Tode Sothens

Zitat „Sie waren in erbitterter Stimmung. Alle Wiesen waren überfüllt, alle Felder zertreten, und die Straße zum „Himmel“ war von einem dichten Spalier gesäumt. Auf den Bäumen hingen Trauben von Menschen, die abwechselnd Spottlieder sangen oder sich mit Ziehharmonikaspielen die Zeit vertrieben. Als die Einsegnung in der Schlosskapelle zu Ende war, konnte sich der Trauerzug erst in Bewegung setzen, als berittene Polizei einen Weg durch die Massen gebahnt hatte. Die Erbitterung war so groß, dass die Witwe in ein versperrtes Gemach in Sicherheit gebracht werden musste“.

 

 

 

 


Fürchterlich aber sollte Wiens Totengericht über Sothen einsetzen, als der Tag der Beerdigung anbrach. Der prachtvollste Leichenwagen der „Enterprise des pompes funèbres" wurde auf den Kobenzl gefahren. Unzählige Vorreiter, Lichterträger, Schildträger in schwarzen Livreen wimmelten herum. Erlesene Rappen mit nickenden Federkronen stampften den Kies vor dem Schloß. Außer den nächsten Verwandten hatten sich keine Trauergäste eingefunden.